Goldpreis
Die Höhe des Goldpreises definiert sich aus dem Zusammenspiel von fundamentalen Marktdaten. Zu diesen Daten zählen natürlich, wie bei jedem Produkt auf dem Markt, ebenfalls bei Gold das Angebot und die dem gegenüberstehende Nachfrage. Bei dem speziellen Fall des Goldes richtet sich der Preis jedoch auch nach Emotionen, die durch eher kurzfristige Ereignisse, genauso wie durch Spekulationen, aber auch durch sehr langfristige Erwartungen beeinflusst werden können. Außerdem können darüber hinaus sogar Faktoren wie der Preis des Öls sowie der aktuell gehandelte Kurs des US-Dollars, Einfluss auf den Preis des Goldes nehmen. Schließlich wird Gold im internationalen Geschäft in der Währung des US-Dollars gehandelt.
Ein kurzer Blick in die Geschichte der Bestimmung des Goldpreises
Bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts wird in Englands Hauptstadt London der Goldpreis fixiert, was schon damals für eine klare Richtlinie für alle Geschäfte rund um den Bereich des Goldes bieten sollte. Später, ab dem 12. September des Jahres 1919, trafen sich regelmäßig um 10.30 Uhr Ortszeit, nach MEZ 11.30 Uhr, die Goldhändler in einer sogenannten Rothschild-Bank. In dieser Bank sollte schon damals der Preis des Goldes genau in formaler Form fixiert werden.
Der Goldpreis wird in der Rothschild-Bank festgelegt
Als die fünf Gründungsmitglieder gelten N. M. Rothschild & Sons, Samuel Montagu & Co., Mocatta & Goldsmid, Sharps & Wilkins, sowie Pixley & Abell. Neben dem ersten, schon lange sehr traditionellen Treffen, treffen sich die jeweiligen Goldhändler seit dem 1. April 1968 noch ein zweites Mal. Dieses zweite tägliche Treffen wird ebenfalls in London abgehalten, jedoch erst um 15.00 Uhr Ortszeit, beziehungsweise also 16.00 Uhr nach der Mitteleuropäischen Zeitrechnung. Als Ziel dieses zweiten täglichen Treffens gilt, die Goldpreise für die Öffnungszeit der Börsen der USA erneut festzulegen.
Ein Blick in die jüngste Vergangenheit der Bestimmung des Goldpreises
In dem April 2004 entschloss sich N. M. Rothschild & Sons, sich von dem Goldhandel, und damit gleichfalls von dem Goldfixing, zurückzuziehen. Damit wurde der Schritt, bei der Festlegung des Goldpreises die elektronische Technik zu nutzen, möglich, wenn nicht sogar schon zwingend erforderlich. Zunächst, um genau zu sein seit dem 5. Mai des Jahres 2004, wird der Goldpreis telefonisch festgelegt. Seit Mitte 2004 findet zudem die Sitzung, die in früherer Zeit dauerhaft von dem Mitbegründer Rothschild geleitet wurde, unter einem Vorsitz der Barclays Bank statt. Dieser Vorsitz rotiert allerdings jährlich.
Die Sitzung findet nun unter der Leitung eines jährlich rotierenden Vorsitzes statt
In der Regel treffen sich zu dieser Veranstaltung zweimal täglich immer jeweils ein Vertreter der Barclays Bank, die den jährlich rotierenden Vorsitz stellt, sowie der HSBC Bank USA, der Deutschen Bank, und einiger weiterer Banken, die im Bereich des internationalen Goldhandels eine wichtige Rolle spielen. Alle diese Banken gelten natürlich als Mitglieder des Verbandes London Bullion Market Association, der mit den Initialen LBMA abgekürzt wird.
Die Standardisierung des Handels mit Gold
Für den standardisierten Handel mit Gold, der meist an Rohstoffbörsen durchgeführt wird, wurde nach der ISO 4217 die Abkürzung XAU als eigenes Währungskürzel vergeben. Dieses Kürzel bezeichnet den Preis, der auf dem aktuellen Markt für eine Feinunze Gold gilt. Im Gegensatz zu der allgemeinen Annahme werden allerdings Edelmetalle wie zum Beispiel Silber oder eben Gold nicht an der Metal Exchange Londons, kurz auch LME, sondern an dem London Bullion Market, an der Tokyo Commodity Exchange, oder an der Mercantile Exchange in New York gehandelt.
Der Aktienhandel in Verbindung mit den Geschäften rund ums Gold
Die Aktien, die von internationalen Goldproduzenten herausgegeben werden, die ihre Goldproduktion zumindest bisher noch nicht an den offiziellen Terminbörsen verkaufen oder handeln, sind in dem AMEX Gold BUGS Index, kurz auch HUI, gelistet. Dieser Index kann eine wichtige Rolle bei den Geschäften mit Gold spielen, und wird an der sogenannten NYSE Amex, die in früherer Zeit auch als American Stock Exchange bekannt war, berechnet. Gehedgte sowie ungehedgte Produzenten von Silber und Gold umfasst der Index in Philadelphia für Silber und Gold, der mit XAU abgekürzt wird. Der Indexhandel hingegen findet an der früheren Philadelphia Stock Exchange, kurz PHLX, statt, die heute besser unter dem Namen NASDAQ OMX PHLX bekannt ist.
Grundlagen einer richtigen Investition in das Anlagegut Gold
Eine Investition in Gold erfolgt oft durch den physischen Kauf sowie den Handel mit Wertpapieren. Der Kauf von physischem Gold und den dazugehörigen Anlagemünzen ist bei Händlern von Edelmetall, Münzhändlern, sowie Banken grundsätzlich möglich. Bei der Lagerung des Goldes in einem Schließfach bei der Bank müssen Sie allerdings in der Regel Kosten für Miete und Versicherung tragen. Besser kann es sein, als Anleger tätig zu werden.
Als Anleger in Gold investieren
Für Anleger, die an Goldgeschäften interessiert sind, besteht oft die Möglichkeit direkt entweder über die Börse oder auf Wunsch über den Broker in Fonds, Zertifikate, oder auch Exchangetraded funds, abgekürzt ETFs, zu investieren. Hierbei fällt normalerweise natürlich die physische Lieferung weg. Eine weitere Möglichkeit ist, eine nennenswerte Anleihe, die auf Beständen von Gold lautet, also das Xetra-Gold, zu erwerben. Die Anleihe besteht aus einem Wertpapier, das sich in Form einer sogenannten Inhaberschuldverschreibung präsentiert. Dieses Wertpapier verbrieft Ihnen einen Anspruch, sich Gold liefern lassen zu können. Dieser Handel erfolgt oftmals in elektronischer Form auf dem neueren Handelssystem Xetra, das von der Deutschen Börse angeboten wird.
Über Investoren, die ihr Geld in Gold investieren
Investoren, für die das Gold zu dem Maßstab zur Absicherung ihres bereits bestehenden Vermögens ist, werden meist als Goldbugs bezeichnet. Solche Investoren lehnen in den meisten Fällen den üblichen Währungsstandard ab, welcher ausschließlich aus Papiergeld besteht. Stattdessen betrachten solche Investoren das Gold als ihr richtiges Geld. In manchen Fällen mag diese Investition sinnvoll sein.
Die Marktmechanismen des Goldgeschäftes
Die international gesicherten Goldreserven sanken von 1,2 Milliarden Feinunzen, auf gerade noch 850 Millionen Feinunzen. Dieser Fall begann im Jahre 1966 und zog sich bis zum Jahre 2007 hin. Goldnachfrage und das gegenübergestellte Angebot ändern sich sehr häufig. Aus diesem Grund ist der Preis des Goldes sehr volatil. Mit anderen Worten könnte gesagt werden, der Goldpreis schwankt auch innerhalb sehr kurzer Zeiträume beträchtlich, wenn die Umstände dementsprechend sind. Wenn Sie mit Gold handeln möchten, natürlich mit dem Ziel des Gewinns, sollten Sie sich zuvor sehr gründlich mit diesem Thema auseinandersetzen.